Problemlage und Lösungsansatz

Medizinische Fortschritte haben in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass trotz abnehmender Geburtenzahlen die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Krankheiten und erhöhtem Versorgungsbedarf zunehmen. Extrem zu früh geborene Kinder überleben, Kinder mit chronischen Krankheiten erreichen das Erwachsenenalter, die Heilungschancen bei Krebserkrankungen steigen.

Werden die betroffenen Familien beim Übergang von der Klinik nach Hause nicht begleitet, steigt die Gefahr von Folgekrankheiten und Spätkomplikationen. Wichtige Therapien scheitern, erneute Klinikaufenthalte drohen (Drehtüreffekt), die Wiedereingliederung in Kindergarten oder Schule verzögert sich, Lernerfolge bleiben aus. Vor allem für die betroffenen Mütter entsteht häufig eine chronische Überforderungssituation bis hin zum Burn-out.

Diese Konsequenzen betreffen die ganze Gesellschaft

Sie führen zu erhöhten Kosten im Gesundheitswesen und zu Eltern, die dem Arbeitsleben nur noch begrenzt zur Verfügung stehen oder selbst erkranken. Besonders belastet sind Familien mit Migrationshintergrund, Armut, sozialer Belastung oder psychischen Problemen.

Sozialmedizinische Nachsorge begleitet diese Kinder, Jugendlichen und ihre Familien über die Schwelle der Kinderklinik nach Hause und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stabilität der betroffenen Familien. Im Mittelpunkt der Nachsorge stehen neben der medizinischen Versorgung des erkrankten Kindes auch die Familie, das Beziehungssystem und die Lebensumwelt.

Kernzielgruppen der Nachsorge sind

  • Kinder und Jugendliche mit chronischen oder lebenslimitierenden Erkrankungen
  • Früh- und Risikogeborene mit ihren Familien
  • Kinder und Jugendliche in der Palliativphase
  • Angehörige von verstorbenen Kindern und Jugendlichen

Nachsorge-Ablauf

Leistungsumfang

Die von den Krankenkassen gezahlten Sozialmedizinischen Nachsorge-Maßnahmen nach § 43 Abs. 2 SGB V umfassen: Die Analyse des Versorgungsbedarfs, die Koordination der verordneten Leistung und die Anleitung zur Motivation. Die im Bundesverband Bunter Kreis e.V. zusammengeschlossenen Einrichtungen übernehmen auch über die sozialmedizinische Nachsorge hinausgehende Leistungen:
  • Teilhabeorientierte Nachsorge: Seelsorge und psychologische Beratung, Eingliederungshilfe 

  • Optionale Leistungen: Geschwisterkinder-Angebote, Patiententrainings für chronisch kranke Kinder und Jugendliche und ihre Eltern, Frühe Hilfen und die Jugendhilfe

Aufbau von Nachsorge

Der Aufbau von Nachsorge nach Modell Bunter Kreis nach den Vorgaben des Gesetzgebers umfasst im Wesentlichen zwei Aufgaben:
  • Die Einrichtung einer Nachsorge-Stelle (Organisation)
    als DRIN-, DRAN- oder DRAUSS-MODELL
  • Die Qualifizierung der Mitarbeiter (Personal) 
Wir unterstützen Sie mit unserer jahrelangen Erfahrung umfassend im Aufbau und der Begleitung einer neuen Nachsorge-Einrichtung. Dazu bieten wir Ihnen individuelle ein- oder zweitägige Workshops in unserem Kompetenzzentrum in Augsburg oder bei Ihnen vor Ort an und stellen Ihnen das Praxishandbuch Pädiatrische Nachsorge zur Verfügung.

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